CDU-Ortsverband Lauf

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Der Stausee als Stromlieferant

Auf reges Interesse stieß die Veranstaltung des CDU-Ortsverbands Lauf, der zu einer Wanderung vom Laufer Stausee aus entlang des Energiepfades zum Kraftwerkhaus unter fachkundiger Führung von Alois Lang eingeladen hatte. Christian Weiß freute sich, dass trotz der großen Sommerhitze ca. 20 Personen, hierunter auch Familien mit Kindern, den Weg zum Stausee auf sich genommen hatten.

Alois Lang, der das gemeindliche Wasserkraftwerk betreut, erläuterte die Technik von damals und heute. Bereits 1922 sei im damaligen Gemeinderat der Beschluss zum Bau des Stauwehrs mit einer, im Übrigen architektonisch sehr seltenen, nach außen gewölbten Staumauer mit einer 1900 Meter langen Rohrleitung und zum Bau des Kraftwerkes in der Au gefasst worden. Hintergrund dieser Beschlussfassung war, dass das Gebirge lange Jahre über keine Stromversorgung verfügte. Um die Kosten von damals 40 Millionen Mark aufbringen zu können, genehmigte das Forstamt Bühl einen Forsthieb von 5.000 Festmetern im Gemeindewald. Da Holz genügend vorhanden war, wurde auch die Rohrleitung als Holzleitung verlegt mit einem Durchmesser von 45 cm, die um 1945 durch Schleuderbetonrohre ersetzt wurde. Zunächst habe sich die Wasserkraftanlage, so Alois Lang, zu einem steten wirtschaftlichen Sorgenkind entwickelt und stand auch einmal für längere Zeit still, es lockte ein Verkaufsangebot, von welchem sich der damalige Gemeinderat aber nicht blenden ließ und dieses ausschlug, was sich bis heute als richtige Entscheidung erwiesen hat. Die Gemeinde investierte sukzessive sodann in die Anlage. So musste die Staumauer saniert und, um eine Verschlammung des Stausees zu vermeiden, ein Geröllfang eingebaut werden. 2004 wurde die Anlage mit einem Investitionsvolumen von 1,4 Millionen Euro grundlegend modernisiert und optimiert mit dem Ergebnis einer 70 % höheren Spitzenleistung. Die alte Hangrohrleitung, das sog. "Wasserschloss" und die Druckrohrleitung zum Wasserkrafthaus wurden stillgelegt. Heute verläuft unterirdisch eine Druckrohrleitung aus Gussmaterial entlang der Straße über eine Strecke von 2,3 km vom Stausee zum Kraftwerk. Auf der Wasserseite der Staumauer wurde zeitgleich ein neues, sichtbares Schachtbauwerk aus Beton mit technischen Einrichtungen errichtet. Alois Lang demonstrierte vor Ort den vollautomatischen Rechen und zeigte, wie Feststoffe, Äste und Kiesel aus dem Stausee so wirksam zurückgehalten werden, damit Schäden an der Düsennadel und der Turbine vermieden werden. Ebenso erläuterte er anschaulich die verschiedenen technischen Einrichtungen im Schachtbauwerk wie Notschieber für den Fall eines Rohrbruchs und Grundablaufschieber zur Entleerung des Sees. Die Besucher erfuhren, dass der Stausee gespeist wird von einem Zufluss von Quellen und Bachzuläufen und ein Fassungsvermögen von 11.105 cbm hat. Vom Staussee entlang des Energiepfades, der durch die noch vorhandenen Schäden aufgrund der langen Regenfälle teilweise schwer begehbar war, gelangten die Besucher zum Kraftwerk, wo Alois Lang das Innere erläuterte. Dort befindet sich die alte Peltonturbine, heute ein Museumsstück, die 2003 durch eine vollautomatisierte Technik ersetzt wurde. Auch der Generator musste 2001 nach einem Blitzeinschlag erneuert  werden. Früher war ein Maschinist Tag und Nacht für den Betrieb der Anlage verantwortlich, heute ist diese vollautomatisiert und erbringt eine Jahresleistung von 1.709 Millionen Kilowattstunden, womit ca. 325 4-Personenhaushalte mit Strom versorgt werden, so Alois Lang. Nach diesen technischen Ausführungen erläuterte Willi Berdon die im liebevoll eingerichteten  Elektromuseum gesammelten elektronischen Exponate wir eine alte Luftschutzsirene, Stromzähler, Werkzeuge, alte Radios und vieles mehr. Im wohltuenden Schatten des Kraftwerkes stärkten sich die Besucher nach der Führung bei Kaffee und Kuchen, Grillwürsten und kühlen Getränken beim neuangelegten Barfußpark mit Wassertrettbecken, welches besondere Anziehungskraft auf die Kinder ausübte und wo man den weiteren Nachmittag bis in die frühen Abendstunden verbrachte.

 

 

 

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