CDU-Ortsverband Lauf

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Wihennebinden auf Doningers Hof

Viel los war wieder auf Doningers Hof in der Au in Lauf, als sich zahlreiche Ferienkinder auf dem Hof zum alljährlichen Wihennebinden trafen. Der CDU-Ortsverband Lauf bestreitet diesen Programmpunkt im alljährlichen Ferienprogramm der Gemeinde Lauf nunmehr seit vielen Jahren. Dieses Jahr bereitete es mehr Mühe als in den Vorjahren, die Kräuter für die Sträuße zu finden, war aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen manches Wildkraut bereits von der Sonne vertrocknet. Doch die Suche nach den Kräutern hatte sich auch dieses Jahr wieder gelohnt und so fanden die Kinder eine stattliche Zahl von Heil- und anderen Kräutern vor, um ihre Sträuße zu binden. Schön anzusehen war die Farbenpracht der unterschiedlichen Kräuter, die von Marion Boll-Ams angereichert worden war durch leuchtende Sommerblumen. Rita Ziegler-Doninger weihte die Kinder in die Geheimnisse der Kräuterkunde ein und erklärte geduldig, welches Kraut gut gegen welche Krankheit oder auch in der Küche Verwendung finden kann. So etwa die Kamille, die entzündungshemmend wirkt und in Salben aber auch als Tee verarbeitet wird oder aber der Salbei, gut gegen Halsentzündung, aber auch ein Küchengewürz, welches in der mediterranen Küche ebenso wie der Thymian oder Rosmarin verwendet wird. Die Kinder erfuhren, dass die Wihennen früher auch in Ställen und in den Häusern aufgehängt wurden zum Schutz vor Unglück und dass die Wihennen jedes Jahr an Maria Himmelfahrt in der Kirche gesegnet werden. Je nach Region unterschiedlich werden in die Kräuterbüschel sieben oder mehr Kräuter gebunden. Typische Kräuter, die hier Verwendung finden sind Alant, Echtes Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut, Odermennig, Alan, Klee sowie die verschiedenen Getreidesorten.


In einigen Regionen wurden in die Kräuterbuschen so viele Alantblüten eingebunden, wie es Menschen, Kühe und Pferde auf dem Hof gab. Besonders der Tee aus diesen geweihten Kräutern sollte eine große Heilwirkung haben. Oftmals wurde kranken Tieren geweihte Kräuter ins Futter gemischt. Die Wihennnen, wie die Kräuterbüschel genannt werden, sind der Anzahl der Kräuter (zumeist mit symbolischem Hintergrund) nach von Region zu Region verschieden: So werden sieben – nach der Zahl der Wochentag, der sieben Sakramente oder neun – dreimal drei für die hl. Dreifaltigkeit oder zwölf – Zahl der Apostel und bis zu 99 Kräuter in den Strauß gebunden. Bevor es ans Binden der Sträuße ging, konnten die Kinder in der nächsten Umgebung selbst noch Kräuter wie Scharfgarbe oder Lavendel pflücken.


Mit flinken Händen wurden die Sträuße gebunden und manches Kind benötigte die Hilfe der Erwachsenen, um seinen mächtigen Strauß zu binden. Nicht ein Strauß wurde gebunden, sondern auch noch ein Strauß für die Großeltern, für die Freundin, die Eltern etc.. In alter Tradition konnten sich die Kinder danach bei kühlen Getränken, Brezeln und Eis stärken, bevor es an die heißgeliebte Wasserbombenschlacht ging, wo sich die Kinder austobten, während sich die Erwachsenen Kaffee und Kuchen schmecken ließen.

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