CDU-Ortsverband Lauf

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Wihenne binden des CDU-Ortsverbands

"Wenn wir früher zum Heumachen auf die Wiesen sind, hatten wir immer Pfeffermintee in alten Milchkannen dabei und kühlten sie in Brunnen". Die Laufer Kinder erfuhren vieles "von früher" und vom Wihennen-Brauchtum zum christlichen Hochfest "Mariä Himmelfahrt" (15. August), als sie auf dem "Donninger-Hof" zu Besuch waren und von Rita Ziegler-Doninger mit den farbenfrohen und heilsamen Schätzen von "Mutter Natur" vertraut gemacht wurden. "Sprudel gab es bei uns nicht, da wurde aus getrockneter Pfefferminze Tee gemacht", so Rita Ziegler-Doninger, die vom "Lochhof" in Oberkirch stammt und in der Landwirtschaft groß wurde.

Wie es früher üblich war, mussten die Kinder bei der Ernte mihthelfen, die Tiere versorgen und für sie Futter machen. Zum Alltag gehörte, dass sich die Bauersleute mit Kräutern und Pflanzen gut auskannten, diese als "Apotheke" für Mensch und Tier nutzten und bei Festen wie "Mariä Himmelfahrt" mit in die Kirche nahmen, um Gott für seine wunderbare Schöpfung zu danken. Zu Hause bekamen die "Wihenne" dann einen Ehrenplatz im "Herrgottswinkel" oder in der guten Stube, die Kräuter wurden auf dem Dachboden getrocknet und als Medizin verwendet.

Seit 20 Jahren hat es sich die Lauferin zu ihrer Aufgabe gemacht, Kinder im Rahmen des Ferienprogramms und als Angebot des CDU-Ortsverbandes die Kräuterweihe als einen wichtigen Brauch näher zu bringen und zu vermiteln, gegen welche Beschwerden von Bauchweh bis Kopfweh so manches Kraut gewachsen ist. Dazu wurden "Wihenne" gebunden, wobei das Wort habe etwas mit "geweiht" zu tun. In der badischen Mundart wurde daraus "gwiehen" oder "Gwihennes" und in der Kombination mit "gwihenne Kräutersträuß" eben "Wihenne".

Es war ein wundervoller Sommertag im alten Laufer Gewann "In der Au", wo Rita Ziegler-Doninger auf ihrem Hof ein wahres "Meer" an Blumen und Kräutern vorbereitet hatte und den Kindern eins nach dem anderen erklärte. Ob Rainfarn oder Johanniskraut, ob Ringelblume, Scharfgarbe oder Kamille, es war fast alles da, was "Mutter Natur" in der Hochblüte mitten im Sommer auf den heimischen Wiesen und entlang der Wege so alles zu bieten hat.

"Salbei ist gut bei Entzündungen im Mund, mit Lavendel-Tee können Kinder gut einschlafen und ein Rosmarin-Bad hilft, wenn man etwas erschöpft und schlapp ist". Zu jeder Pflanze konnte sie den aufmerksamen Kindern etwas über die heilsamen Kräfte der Pflanzen erzählen, die in früheren Zeiten so etwas wie Medizin für Menschen und Tiere waren, worüber die Menschen gut Bescheid wussten. Denn bei einer Krankheit konnte man ganz früher nicht einmal schnell zum Arzt fahren oder sich in einer Apotheke ein Medikament holen, da musste die "Apotheke Natur" helfen. So wurden die Kräuter bei Bedarf den Tieren etwa zur Entwurmung ins Futter gemischt, andere halfen als Tee gut gegen Bauchweh bei Kindern. Denn "steht dir etwas im Magen quer, muss Pfefferminze her".

Wichtig war Rita Ziegler-Doninger auch, den Kindern den religiösen Bezug zu Kräutern und Pflanzen herzustellen und sie einzuladen, die Sträuße mit in die Kirche zu nehmen und sie segnen zu lassen. Denn seit alter Zeit gibt es eine Verbindung zwischen Blumen und der Gottesmuter Maria.

So berichtet die frommen Legende, dass die Apostel zum Grab Mariens gingen, es öffneten und darin nur duftende Rosen vorfanden. Eine Wurzel der Kräuterweihe liegt auch darin, das Mitte August die Hochblüte der Natur mit der vollen Reife der Wirkstoffe ist und Maria in der christlichen Tradition als "Königin der Blumen", "Lilie in den Tälern" und "Beschützerin der Feldfrüchte" verehrt wurde. Maria wird auch als "Schönste Blume" der Schöfpung Gottes bezeichnet, die der Welt Jesus Christus als die "Frucht der Erlösung" schenkte. Deshalb lenkte Maria schon immer den Blick gläubiger Menschen auf die Schönheit in der Natur und ihrer heilenden Kräfte, die Gott für die Menschen als "Geschenk des Himmels" bereithält.

Der 15. August als Feiertag

"Mariä HImmelfahrt" ist seit den Anfängen der Kirche ein wichtiges Fest und dies zeigt sich heute noch daran, dass der 15. August ein Feiertag war. Heute ist er nur noch im Saarland sowie in Teilen Bayerns mit überwiegend katholischer Bevölkerung ein gesetzlicher Feiertag. Auch euroäische Länder legen am 15. August einen Feiertag ein, etwa Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Luxemburg, Portugal und Spanien. Zum Hochfest der Katholischen Kirche wurde es am 1. November 1950, als Papst Pius XII. die Aufnahmen Mariens "mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit" zum Dogma erklärte.

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